Die Betriebskosten einer Logistikimmobilie lagen 2024 im Schnitt bei 11,50 € je m² Bruttogrundfläche und Jahr, davon 1,80 € nicht umlagefähig. Auf Mieter umlegbar waren damit rechnerisch rund 9,70 € je m² und Jahr, gut 0,80 € im Monat. Das zeigt der NEO Logistics Impact Report für rund 250 Investorenhallen.1 Grundsteuer, Versicherung, Wartung der Technik und Außenanlagen sind die großen Blöcke; Strom für den eigenen Betrieb kommt bei den meisten Mietern noch dazu.
In unserem Rechenbeispiel unten entspricht der umlagefähige Teil im Jahr rund 1,3 Monatsmieten, die gesamten Betriebskosten gut anderthalb.
Was Benchmarks über Logistikhallen sagen
Für Logistikimmobilien gibt es inzwischen eine eigene Kostenstatistik. Die Bauakademie wertet im NEO Logistics Impact Report Betriebskosten von Hallen institutioneller Eigentümer aus.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Betriebskosten 2024 gesamt | 11,50 € je m² BGF und Jahr | NEO Report 2025/261 |
| Anstieg 2023 auf 2024 | 4,7 % | NEO Report 2025/261 |
| Prognose 2025 | 11,97 € je m² BGF und Jahr | NEO Report 2025/261 |
| davon nicht umlagefähig | 1,80 € je m² BGF und Jahr | NEO Report 2025/261 |
| umlagefähig, rechnerisch | rund 9,70 € je m² BGF und Jahr | eigene Rechnung |
| Versicherungskosten 2016 bis 2023 | Anstieg um 86 % | NEO Report 2024/252 |
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens beziehen sich die Werte auf die Bruttogrundfläche, nicht auf die vermietete Fläche. Bei einer Halle mit Mezzanine, Technikräumen und Büro liegt die Mietfläche in der Regel unter der BGF, der Wert je m² Mietfläche entsprechend höher. Zweitens sind es Durchschnittswerte über sehr unterschiedliche Objekte. Eine einzelne Halle kann deutlich darüber oder darunter liegen.
Der nicht umlagefähige Teil trägt der Eigentümer selbst, etwa für Verwaltung oder Instandhaltung, soweit sie nicht vertraglich übertragen ist. Für Sie als Mieter zählt, was im Vertrag als umlegbar vereinbart ist.
Woraus sich die Servicekosten einer Big Box zusammensetzen
Bei großen Logistikhallen dominieren andere Kostenarten als bei kleinen Gewerbehallen. Typische Treiber sind die Grundstücksgröße, die Brandschutztechnik und die Dachfläche.
| Kostenblock | Treiber bei großen Hallen | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|---|
| Grundsteuer | Große Grundstücke, Hebesatz der Gemeinde | Aktueller Bescheid nach Grundsteuerreform |
| Versicherung | Gebäudewert, Sprinklerschutz, Elementarrisiko | Deckungsumfang und Selbstbehalte |
| Brandschutztechnik | Sprinkler, Brandmeldeanlage, Rauch- und Wärmeabzug | Prüf- und Wartungsintervalle, Kosten der letzten Jahre |
| Tore und Rampen | Viele Sektionaltore und Überladebrücken | Wartungsvertrag, Abgrenzung zu Reparaturen |
| Außenanlagen | Große Hof- und Grünflächen, Zäune, Beleuchtung | Winterdienst, Kehren, Grünpflege, Verteilerschlüssel |
| Niederschlagswasser | Dach- und Hofflächen im fünfstelligen m²-Bereich | Gebühr der Kommune, Entsiegelungsmöglichkeiten |
| Bewachung und Zugang | Schranken, Pforte, Videotechnik | Nur umlegen, was vereinbart und für alle Mieter genutzt wird |
| Verwaltung, Property Management | Mehrmieterobjekte, Reporting | Obergrenze in Prozent der Nettokaltmiete |
Grundsteuer in NRW
Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer nach neuen Werten erhoben. In Nordrhein-Westfalen dürfen Kommunen für die Grundsteuer B unterschiedliche Hebesätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke festlegen.3 Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat im Dezember 2025 differenzierte Hebesätze in Bochum, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen für verfassungswidrig gehalten; die Urteile waren damals nicht rechtskräftig.4 Für Logistikmieter heißt das: Die Grundsteuer kann je nach Gemeinde stark schwanken, und sie kann sich durch Rechtsprechung noch ändern. Fragen Sie nach dem aktuellen Bescheid.
Versicherung
Im Vorjahresreport stiegen die Versicherungskosten zwischen 2016 und 2023 um 86 %, stärker als jede andere Position.2 Worauf das im Einzelnen zurückgeht, schlüsselt die frei zugängliche Zusammenfassung nicht auf. Eine moderne Sprinkleranlage hilft bei der Prämie, aber nur, wenn sie zu Ihrer Ware passt. Lagert Ware ein, für die die Anlage nicht ausgelegt ist, steht im Ernstfall der Versicherungsschutz in Frage.
Einzelmieter oder Logistikpark
Mieten Sie eine Halle allein, laufen viele Kosten über eigene Verträge, etwa Reinigung, Bewachung oder Winterdienst, und die Nebenkostenabrechnung des Vermieters bleibt schlank. In einem Logistikpark mit mehreren Mietern organisiert dagegen der Eigentümer diese Leistungen zentral und verteilt sie. Das ist bequem, macht aber den Verteilerschlüssel zur wichtigsten Zahl. Ein Mieter mit viel Hofnutzung und wenig Halle zahlt bei einem Schlüssel nach Hallenfläche zu wenig, sein Nachbar entsprechend zu viel. Lassen Sie sich vorab zeigen, welche Leistungen zentral eingekauft werden und ob Sie einzelne davon selbst übernehmen dürfen.
Rechenbeispiel: was 20.000 m² im Betrieb kosten
Die folgenden Zahlen sind Annahmen zur Veranschaulichung. Die Betriebskosten orientieren sich am Durchschnitt aus dem NEO-Report, die Miete ist frei gewählt. Gerechnet ist mit dem umlagefähigen Teil, den Mieter tatsächlich tragen.
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Hallenfläche plus Büro und Sozialflächen | 21.000 m² Mietfläche |
| Bruttogrundfläche | 21.500 m² |
| Nettokaltmiete | 7,50 € je m², also 157.500 € im Monat |
| Umlagefähige Betriebskosten | 9,70 € je m² BGF und Jahr, also rund 17.400 € im Monat |
| Summe ohne Strom und Umsatzsteuer | rund 174.900 € im Monat |
| Zum Vergleich: Betriebskosten gesamt inklusive nicht umlagefähig | 11,50 € je m² BGF und Jahr, rund 20.600 € im Monat |
Die umlagefähigen Betriebskosten machen in diesem Beispiel rund 11 % der Kaltmiete aus, im Jahr rund 208.500 €. Ein Unterschied von 2 € je m² BGF und Jahr zwischen zwei Hallen bedeutet bei dieser Größe rund 43.000 € im Jahr, über zehn Jahre Laufzeit also eine sechsstellige Summe.
Zahlen vergleichbar machen: Lassen Sie sich bei Bestandsobjekten die Betriebskostenabrechnungen der letzten zwei Jahre geben und rechnen Sie sie auf Euro je m² Mietfläche und Jahr um. Bei Neubauten ohne Historie fragen Sie nach der Kalkulation, die der Vorauszahlung zugrunde liegt, und nach Vergleichswerten aus anderen Hallen desselben Eigentümers.
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Suchprofil anlegenWas moderne Hallen günstiger macht und was nicht
Neubauten haben bei manchen Kosten Vorteile. LED-Beleuchtung senkt den Stromverbrauch, eine Photovoltaikanlage liefert günstigen Strom, wenn sie dem Mieter zugutekommt, und neue Technik ist in den ersten Jahren selten reparaturanfällig. Wie sich diese Effekte nutzen lassen, beschreibt der Artikel ESG in der Logistikimmobilie.
Andere Kosten steigen mit der Ausstattung. Mehr Tore bedeuten mehr Wartung, eine größere Sprinkleranlage mehr Prüfungen, ein großer Hof mehr Winterdienst. Laut NEO-Report sind die Ausgaben für Instandsetzung von 2023 auf 2024 um rund 9 % gewachsen.1 Achten Sie deshalb darauf, dass Instandsetzung nicht unbegrenzt in die Nebenkosten wandert.
Wo Mieter den größten Hebel haben
Aus unserer Sicht liegt der größte Hebel in Mehrmieterparks beim Verteilerschlüssel. Ein Rechenbeispiel mit offengelegten Annahmen: Zwei Mieter haben je 10.000 m² Halle. Mieter A nutzt den gemeinsamen Hof kaum, Mieter B stellt dort Wechselbrücken ab und belegt rund 80 % der Fläche. Die Hofkosten für Winterdienst, Kehren, Beleuchtung und Niederschlagswasser betragen angenommen 60.000 € im Jahr.
| Verteilerschlüssel | Mieter A | Mieter B |
|---|---|---|
| Nach Hallenfläche (je 50 %) | 30.000 € | 30.000 € |
| Nach tatsächlicher Hofnutzung (20 zu 80 %) | 12.000 € | 48.000 € |
| Differenz für Mieter A pro Jahr | 18.000 € weniger | |
| Differenz über zehn Jahre Laufzeit | 180.000 € weniger |
Der zweite Hebel ist die Frage, ob Instandsetzung über die Nebenkosten läuft. Beides lässt sich vor Vertragsschluss verhandeln.
Regeln für den Mietvertrag
Für Gewerbemietverträge gilt: Umlegbar ist, was vereinbart ist. Bei großen Logistikhallen lohnt es sich, diese Punkte ausdrücklich zu regeln:
- Abschließende Liste der Kostenarten, gern mit Verweis auf die Betriebskostenverordnung und klar benannten Zusatzpositionen.
- Bezugsgröße: Wird nach Mietfläche, BGF oder einem anderen Schlüssel verteilt? Bei Mehrmieterparks den Verteilerschlüssel für gemeinsame Flächen festlegen.
- Deckel für Verwaltung und Instandhaltung: Prozentsatz der Nettokaltmiete oder fester Jahresbetrag.
- Trennung von Wartung und Reparatur: Wartungsverträge für Tore und Sprinkler ja, Austausch defekter Bauteile nur im vereinbarten Rahmen.
- Strom und Solaranlage: Eigener Liefervertrag, Bezug vom Vermieter oder Mischmodell, mit Preisregel.
- Abrechnungsfrist und Belegeinsicht: Feste Frist für die Abrechnung und das Recht, Belege digital einzusehen.
Bei einer Vorvermietung gehören diese Regeln schon in den Vertrag über den Logistik-Neubau, und welche Technik die Kosten treibt, zeigt der Ausstattungsstandard moderner Hallen.
Wie hoch sind die Nebenkosten einer Logistikimmobilie?
Laut NEO Logistics Impact Report lagen die Betriebskosten von Investorenhallen 2024 insgesamt bei durchschnittlich 11,50 € je m² Bruttogrundfläche und Jahr, davon 1,80 € nicht umlagefähig. Für Mieter bleiben rechnerisch rund 9,70 € je m² und Jahr. Einzelne Objekte weichen je nach Grundsteuer, Technik und Grundstück deutlich ab.
Welche Nebenkosten darf der Vermieter einer Logistikhalle umlegen?
Alle, die im Gewerbemietvertrag klar vereinbart sind, typischerweise Grundsteuer, Versicherung, Wartung, Außenanlagen und Verwaltung. In vorformulierten Verträgen braucht die Umlage von Instandhaltung und Instandsetzung gemeinschaftlich genutzter Flächen eine Kostengrenze, so der Bundesgerichtshof im Urteil XII ZR 158/01 vom 6. April 2005.5
Was sind Servicekosten bei Logistikimmobilien?
Der Begriff wird meist für die Nebenkosten in Mehrmieterobjekten verwendet, also Betriebskosten plus Leistungen wie Bewachung, Verwaltung und Pflege gemeinsamer Flächen. Maßgeblich ist, welche Positionen konkret enthalten sind.
Sind Stromkosten in den Nebenkosten einer Logistikhalle enthalten?
Meist nicht. Große Mieter schließen in der Regel eigene Stromverträge ab. Strom für gemeinsame Flächen wie Hof- und Außenbeleuchtung wird dagegen in der Regel über die Nebenkosten verteilt.
Quellen
- Logistik Heute: Logistikimmobilien: 48 Prozent der Hallen liegen bei CO2-Emissionen über Zielwerten des CRREM-Pfads (18.05.2026), https://logistik-heute.de/news/logistikimmobilien-48-prozent-der-hallen-liegen-bei-co2-emissionen-ueber-zielwerten-des-crrem-pfads-264530.html
- Logistik Heute: Betriebskosten von Logistikimmobilien: NEO Logistics Impact Report 2024/2025 veröffentlicht (05.05.2025), https://logistik-heute.de/news/betriebskosten-von-logistikimmobilien-neo-logistics-impact-report-20242025-veroeffentlicht-211630.html
- Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen: Differenzierte Hebesätze, https://www.finanzverwaltung.nrw.de/differenzierte-hebesaetze
- Bund der Steuerzahler: Differenzierte Hebesätze der Grundsteuer B in NRW gerichtlich gekippt (04.12.2025), https://steuerzahler.de/publikationen/detail/differenzierte-hebesaetze-der-grundsteuer-b-in-nrw-gerichtlich-gekippt/
- Bundesgerichtshof, Urteil vom 06.04.2005, XII ZR 158/01, https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2005-04-06/xii-zr-158_01



