Ein automatisiertes Lager stellt an die Halle vor allem drei Anforderungen: einen sehr ebenen und tragfähigen Boden, eine zum System passende Höhe und ausreichend elektrische Anschlussleistung. Welche Werte genau nötig sind, hängt vom System ab. Ein Schmalganglager braucht einen Boden nach DIN 15185, ein Würfelspeicher wie AutoStore nutzt selten mehr als acht Meter Höhe, und autonome Fahrzeuge brauchen vor allem glatte Flächen und gutes Funknetz.
Für Mieter kommt eine vierte Frage dazu: Wie passt eine Anlage, die über viele Jahre abgeschrieben wird, zu einem Mietvertrag mit begrenzter Laufzeit?
Unsere Einschätzung vorweg: Für Mieter halten wir Systeme, die sich mit vertretbarem Aufwand umziehen lassen, für die sicherere Wahl. AMR und modulare Würfelspeicher passen besser zu einer Mietlaufzeit von fünf bis zehn Jahren als fest verankerte Shuttle-Anlagen oder ein Hallenboden, der für ein einziges System geschliffen wurde. Fällt die Wahl auf eine fest eingebaute Lösung, sollte die Laufzeit des Mietvertrags an die Nutzungsdauer der Anlage gekoppelt werden, mit Verlängerungsoptionen zu festen Konditionen.
Welche Systeme es gibt und was sie von der Halle wollen
| System | Funktionsprinzip | Wichtigste Anforderung an die Halle | Nutzt große Hallenhöhe? |
|---|---|---|---|
| Schmalganglager mit VNA-Staplern | Leitliniengeführte Stapler in sehr engen Gängen | Boden nach DIN 15185, Gangbreite rund 1,50 bis 1,80 m1 | Ja, typische Hubhöhen 10 bis 18 m1 |
| Automatisches Kleinteilelager (AKL) und Shuttle | Regalbediengeräte oder Shuttles fahren Behälter in Regalgassen | Ebener Boden, Verankerung, Brandschutz im Regal | Ja, je nach Anlage |
| Würfelspeicher (z. B. AutoStore) | Roboter fahren auf einem Gitter und greifen gestapelte Behälter | Sehr ebener, stabiler Boden, freier Raum über dem Gitter | Nein, meist bis rund 8 m2 |
| Fahrerlose Transportfahrzeuge und AMR | Fahrzeuge bewegen Paletten oder Regale autonom | Glatte Fahrflächen, WLAN oder 5G, Ladeplätze | Nein |
| Automatische Palettenhochregale | Regalbediengeräte in Silo- oder Hallenbauweise | Eigenes Bauwerk oder sehr hohe Halle, Fundament | Ja, teils über Hallenhöhe hinaus |
Die Tabelle zeigt einen gern übersehenen Punkt: Nicht jede Automatisierung profitiert von der großen lichten Höhe moderner Logistikhallen. Ein Würfelspeicher in einer Halle mit 12 m Unterkante Binder lässt Volumen ungenutzt, das in der Miete steckt.
Automatisiertes Lager in der Halle: der Boden entscheidet
Bei manueller Lagerung verzeiht ein Hallenboden einiges. Bei Automatisierung nicht.
Schmalgang
Schmalgangstapler haben bauartbedingt kaum Federung; jede Unebenheit überträgt sich auf den Mast und wird mit der Hubhöhe größer. Die allgemeine Toleranznorm DIN 18202 reicht dafür in der Regel nicht, maßgeblich ist DIN 15185. Für Hochregalbetrieb wird zusätzlich auf DIN EN 15620 verwiesen.1 Ein Boden, der diese Werte nicht erreicht, lässt sich schleifen, aber in einer bestehenden Halle ist das aufwendig.
Würfelspeicher
Auch AutoStore-Anlagen verlangen einen ebenen, waagerechten und stabilen Boden; Stufen, Fugen, Bolzen, Mulden oder Buckel müssen vor der Installation erkannt und behoben werden.3 Konkrete Toleranzwerte nennen die Hersteller in ihren technischen Unterlagen, nicht in allgemeinen Broschüren. Lassen Sie den Boden deshalb vom Integrator vermessen, bevor Sie sich auf eine Halle festlegen.
Fahrerlose Fahrzeuge
AMR und fahrerlose Transportsysteme kommen mit normalen Industrieböden meist zurecht, reagieren aber auf Schwellen, Rampenübergänge, Gefälle und glatte, nasse Stellen. Ebenso wichtig ist ein stabiles Funknetz in der ganzen Halle.
Vor der Unterschrift messen: Lassen Sie eine Bodenmessung machen, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben, und nehmen Sie das Ergebnis als Anlage auf. Wird später nachgeschliffen oder verstärkt, ist klar, wer welchen Ausgangszustand übernommen hat und wer die Kosten trägt.
Höhe: wann 12 m helfen und wann nicht
Element Logic, ein Integrator von AutoStore, nennt für das System je nach Behältergröße maximale Gitterhöhen von rund 5,4 bis 6 m; einschließlich Robotern, Schutzzäunen und Servicebereichen ergeben sich rund 7,5 bis 8,2 m. Über dem Gitter sollen mindestens zwei Meter frei bleiben.2 Eine Halle mit 10 bis 12 m Unterkante Binder reicht also gut, nutzt ihre Höhe mit diesem System aber nicht aus.
Bei Schmalganglagern, Shuttle-Anlagen und automatischen Palettenregalen ist es umgekehrt. Hier ist Höhe der Hebel für Kapazität, und eine moderne Logistikhalle mit großer lichter Höhe ist die richtige Wahl. Welche Werte Neubau-Exposés üblicherweise nennen, steht im Artikel Warehouse mieten: Der Ausstattungsstandard moderner Hallen.
Verbreitet ist eine Mischlösung: Der Würfelspeicher steht in einem Hallenteil, darüber oder daneben wird eine Bühne für Packplätze eingezogen, der Rest bleibt konventionelles Palettenlager.
Strom, Brandschutz und Gebäudetechnik
Automatisierte Anlagen brauchen elektrische Leistung, und Ladegeräte für Roboter und Fahrzeuge kommen hinzu. Fragen Sie nach der freien Anschlussleistung der Halle und danach, wie lange eine Erhöhung beim Netzbetreiber dauern würde. In der Praxis ist das einer der Punkte mit dem längsten Vorlauf.
Beim Brandschutz kann eine Anlage die Voraussetzungen verändern, unter denen die Halle genehmigt und versichert wurde. Dichte Regalsysteme, Kunststoffbehälter und geschlossene Bauweisen können zusätzliche Sprinkler im System oder besondere Schutzkonzepte erfordern. Stimmen Sie das früh mit Vermieter, Versicherer und Integrator ab. Eine Änderung am Sprinklersystem ist bei einer Mietfläche ohne Zustimmung des Eigentümers nicht möglich.
Auch Temperatur und Licht spielen eine Rolle. Viele Anlagen arbeiten in einem definierten Temperaturbereich, und Bereiche, in denen nur Roboter arbeiten, brauchen weniger Licht als Kommissionierplätze. Das kann Energie sparen, wenn die Beleuchtung zonenweise steuerbar ist.
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Suchprofil anlegenAnforderungsliste für das Gespräch mit Integrator und Vermieter
Die folgende Liste fasst zusammen, was je System an der Halle geprüft werden muss. Konkrete Toleranzen und Lasten liefert der Hersteller oder Integrator für Ihre Anlage; die Liste sagt Ihnen, wonach Sie fragen müssen.
| Prüfpunkt | Würfelspeicher (AutoStore) | Shuttle und AKL | Schmalgang (VNA) | AMR und FTS |
|---|---|---|---|---|
| Bodenebenheit | Sehr hoch, Herstellerspezifikation | Hoch, im Regalbereich | DIN 15185 als Mindestmaß1 | Normaler Industrieboden, ohne Schwellen |
| Bodenlast | Flächenlast des Gitters mit vollen Behältern | Punktlasten der Regalstützen | Punktlasten der Regalstützen | Gering |
| Nutzbare Höhe | Bis rund 8,2 m plus 2 m frei darüber2 | So hoch wie Halle und Brandschutz erlauben | Hubhöhen typisch 10 bis 18 m1 | Unkritisch |
| Brandschutz | Konzept mit Versicherer und Hersteller | Regalsprinkler prüfen | Sprinklerauslegung für Lagerguthöhe | Ladeplätze im Brandschutzkonzept |
| Strom | Ladestationen der Roboter | Antriebe der Shuttles und Heber | Ladegeräte der Stapler | Ladeplätze |
| Funk und IT | Steuerung und Anbindung | Steuerung und Anbindung | Optional Lagerverwaltung | Flächendeckendes WLAN oder 5G |
| Rückbaubarkeit | Gut, modular | Mittel | Regale gut, Bodenschliff bleibt | Sehr gut |
Was in den Mietvertrag gehört
Eine automatisierte Anlage ist eine Investition, die meist über eine längere Zeit abgeschrieben wird, als ein erster Mietvertrag läuft. Daraus ergeben sich Punkte, die Sie vor der Unterschrift regeln sollten:
- Laufzeit und Optionen: Festlaufzeit und Verlängerungsoptionen sollten zur geplanten Nutzungsdauer der Anlage passen.
- Einbaurecht: Ausdrückliche Zustimmung zu Verankerung im Boden, Bodenbearbeitung, Bühnen, Stromanschlüssen und Brandschutzänderungen.
- Rückbau: Was muss beim Auszug entfernt werden, in welchem Zustand ist der Boden zurückzugeben, wer trägt die Kosten?
- Kostenbeteiligung: Übernimmt der Vermieter Bodenertüchtigung oder Netzanschluss gegen höhere Miete, oder zahlen Sie einmalig?
- Zugang und Betrieb: Wartungsfirmen, Fernzugriff und Notfallbetrieb müssen auch nachts möglich sein.
Bei einem Neubau lassen sich Bodenqualität, Stromanschluss und Bühnen direkt einplanen, was in aller Regel günstiger ist als jede Nachrüstung und sich gut mit einer Vorvermietung im Neubau verbinden lässt.
Typische Fehler bei der Planung
Aus unserer Sicht ist die falsche Reihenfolge der folgenreichste Fehler: erst die Halle mieten, dann das System auswählen. Dann bestimmt das Gebäude die Anlage statt der Prozess. Besser ist es, mit dem Integrator zuerst Durchsatz, Artikelspektrum und Wachstum zu klären und daraus die Anforderungen an die Halle abzuleiten.
Ebenso unterschätzt wird die Bauphase. Zwischen Mietbeginn und produktivem Betrieb einer größeren Anlage vergehen Monate, in denen Miete anfällt. Mietfreie Zeiten oder ein gestaffelter Mietbeginn sind Verhandlungsmasse, die man früh ansprechen sollte.
In sechs Schritten zur passenden Halle
System eingrenzen
Mit dem Integrator Durchsatz, Artikelspektrum und Wachstum klären und die Anforderungen an Boden, Höhe, Strom und Brandschutz schriftlich einholen.
Boden messen
In jeder Halle, die in Frage kommt, eine Bodenmessung machen lassen.
Strom klären
Freie Anschlussleistung und Erweiterungsmöglichkeit beim Vermieter und Netzbetreiber erfragen.
Brandschutz abgleichen
Sprinklerauslegung mit Versicherer und Integrator abstimmen.
Layout prüfen
Stützenraster gegen das Layout der Anlage legen.
Vertrag festhalten
Laufzeit, Einbaurecht und Rückbau schriftlich regeln.
Welche Anforderungen hat AutoStore an die Halle?
AutoStore braucht einen ebenen, waagerechten und stabilen Boden ohne Stufen, Fugen oder Mulden sowie ausreichend Raum über dem Gitter. Nach Angaben des Integrators Element Logic reicht das System einschließlich Robotern meist bis rund 7,5 bis 8,2 m Höhe, darüber sollen mindestens zwei Meter frei bleiben.
Welcher Boden ist für Schmalgangstapler nötig?
Für leitliniengeführte Schmalgangstapler ist DIN 15185 maßgeblich, die allgemeine Ebenheitsnorm DIN 18202 reicht meist nicht. In bestehenden Hallen muss der Boden dafür in vielen Fällen geschliffen werden.
Kann man ein automatisiertes Lager in eine gemietete Halle einbauen?
Ja, wenn der Vermieter zustimmt und Boden, Höhe, Strom und Brandschutz passen. Wichtig sind vertragliche Regeln zu Einbau, Laufzeit, Rückbau und Kostenverteilung.
Lohnt sich Automatisierung in einer Mietshalle?
Das hängt vor allem davon ab, ob die Mietlaufzeit zur Nutzungsdauer der Anlage passt und ob die Halle ohne teure Umbauten geeignet ist. Systeme wie AMR lassen sich leichter umziehen als fest verankerte Regalanlagen.
Quellen
- Industrie-Fachwissen: Schmalganglager planen: VNA-Stapler, DIN 15185 und Lagerdichte im Hochregal (12.04.2026), https://industrie-fachwissen.de/transport/schmalganglager-planung-vna-stapler-din-15185-lagerdichte
- Element Logic: Is AutoStore only for warehouses with low height? (2024), https://elementlogic.net/uk/?p=1456
- Swisslog: AutoStore system flooring: essential considerations (01.10.2024), https://www.swisslog.com/en-us/case-studies-and-resources/blog/autostore-system-flooring



